Wie finde ich eine optimale Organisationsform?

Soll ich ein Gewerbe anmelden? Einen Verein gründen? Zum Hochschulsport? Oder geht es auch ohne? Am Anfang einer Forró-Szene stehen diese Fragen zur Organisationsform. Wir schauen uns in diesem Artikel die verschiedenen Organisationsformen einmal genauer an.

Hochschulsport

Pro: Die einfachste und risikoärmste Alternative. Beim Hochschulsport wird man nicht nur fair für den Aufwand entlohnt, man hat auch noch automatisch Zulauf und Tanzräumlichkeiten. Der Organisationsaufwand ist minimal und die Kurse sind für Studenten ausgesprochen günstig, oft sogar umsonst.

Contra: Oft ist es schwer manchmal sogar gänzlich unmöglich für Nicht-Studenten an HSP-Kursen teilzunehmen. Außerdem fehlt die Verbindlichkeit: Es ist in der Regel ein Kommen und Gehen von neuen Interessierten. Das macht die Entwicklung der Gruppe schwierig und wirkt sich negativ auf den internen Zusammenhalt aus.

Beispiele: u.a. Forró Vechta, Köln (Grundlagenkurs am Sonntag), Düsseldorf (Kurs am Montag mit Diana)

Verein gründen

Pro: Als Verein profitiert man von diversen vergünstigten Tarifen, nicht nur steuerrechtlich sondern auch in den meisten anderen Bereichen. Vereine können gefördert werden und Spenden empfangen. Außerdem gibt die feste Struktur der Forró-Szene einen festen Halt (personenunabhängig). Zwar ist erstmal eine Person hauptverantwortlich, in der Struktur eines Vereins sind aber die Mitglieder immer in die Entscheidungen einbezogen und die Last wird auf mehreren Schultern verteilt. Wenn es schlecht läuft, haftet der Verein für Schäden, und nicht die Privatperson.

Contra: Bei der Gründung (und auch danach) kommt viel Papierkram und Organisation auf Euch zu. Es muss (wie bei allen anderen, offiziellen Organisationen) genau Buch geführt werden. Auch wenn es ein Vorteil sein kann, wenn viele Personen verantwortlich sind, kann es auch ein Nachteil sein, wenn bestimmte Aufgaben unzuverlässig erledigt werden.

Beispiele: u.a. Forró de Colônia e.V. (Köln), Forró Coladinho e.V. (Mannheim), Moin Forró e.V. (Hamburg)

Selbstständig machen

Pro: Um selbst mit Tanzunterricht Geld zu verdienen, sollte man am Besten ein Gewerbe anmelden. Wenn man unter 17.500€ verdient muss man dafür nicht mal Mehrwertsteuer zahlen. Man hat alles selbst in der Hand und kann sein Hobby zum Beruf machen. Das Anmelden eines Gewerbes ist dabei ganz einfach und mit einem kurzen Gang zum Gewerbeamt erledigt.

Contra: So romantisch es ist, das zu machen was Spaß macht; viel Geld ist als Tanzlehrer nicht verdient. Natürlich gibt es auch hier viel Papier- und Organisationskram. Wenn es einen Schaden gibt, haftet der Gewerbetreibende und sollte für diesen Fall unbedingt eine Haftpflichtversicherung abschließen. Für die Szene vor Ort kann eine Tanzschule von Gewinn sein, jedoch ist sie sehr personenbezogen und hängt in hohem Maß vom Gewerbetreibenden ab. Wenn der sich zurückzieht, muss die Szene im schlechtesten Fall komplett von vorne anfangen.

Beispiele: Forrówelt, Projeto de Hamburgo, Forró bei Diana (Düsseldorf)

Inoffizielle Organisation

Pro: Solange man eine Tätigkeit ohne Gewinnabsicht ausübt, muss man sie nicht anmelden. Das ist ähnlich unkompliziert wie beim Hochschulsport, nur gibt es hier natürlich keine Beschränkungen, wer mitmachen kann und wer nicht.

Contra: Werbung muss natürlich selbst gemacht werden und eine angemessene Entlohnung ist für die Organisatoren auch nicht wirklich drin. Die Haftung ist unklar und im Zweifel ist damit zu rechnen, dass der Organisator haftet.

Beispiele: u.a. Forró Nürnberg, Forró Regensburg

Abteilung aufmachen in einem bestehenden Verein

Pro: Bei den meisten Vereinen ist das mit wenig Aufwand verbunden. Übungsräume werden zur Verfügung gestellt und die Übungsleiter bekommen in der Regel eine steuerfreie Übungsleiterpauschale. Mit welchem Stundensatz sie abgerechnet werden hängt von der Erfahrung der Forró-Botschafter ab (ähnlich wie beim HSP). Automatische Werbung über den Verein in verschiedenen Formen (andere Abteilungen, Vereinsheft, etc.). Mitgliedsbeiträge sind bei den meisten Vereinen relativ niedrig und für alle Personengruppen erschwinglich.

Contra: Vereinsmitgliedschaften sind normalerweise nur halbjährig kündbar. Das hält einige Tänzer(innen) von einem Beitritt ab. Als Abteilung ist die Forró-Gruppe immer abhängig vom Mutter-Verein. Vor allem wenn zu wenige Leute kommen, ist es möglich, dass die Abteilung umstruktiert, zusammengelegt, oder aufgelöst werden muss.

Beispiele: u.a. Impulswerk Münster

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