GEMA – Auf was muss man als Forró Organisator achten?

Als Veranstalter kommst Du um die GEMA-Frage nicht herum. Vor allem am Anfang sieht die GEMA wie ein undurchschaubares Monster aus. Ich versuche in diesem Artikel das Wichtigste zusammen zu fassen, was beachtet werden muss!

1. Schreibe der GEMA keine Email.

Ich kann natürlich nicht garantieren, dass die Informationen die ich hier zur Verfügung stelle auch vollständig sind und bleiben, deshalb am Besten immer bei der GEMA direkt anrufen und nachfragen (+49(0) 30 588 58 999). Das ist auch schon der erste Tip: Wenn Du was wissen willst, dann schreib keine Email. Unterlagen kannst Du zwar per Mail schicken, aber eine Antwort wirst Du auf Deine Mail in keinem Fall bekommen (auch wenn sie das offiziell anbieten). In der Telefon-Warteschleife, kann es sein, dass Du schonmal eine halbe Stunde wartest. Das lohnt sich aber in der Regel, weil die Mitarbeiter am Telefon in der Regel gut informiert sind und man alle Informationen anonym erfragen kann.

2. Wann muss ich GEMA anmelden?

Immer wenn Musik öffentlich genutzt wird. Eine Veranstaltung ist dann öffentlich, wenn auch Leute kommen können, die keine persönliche Beziehung (z.B. Freunde, Familie) zu Dir (dem Veranstalter) haben. Das gilt auch für Veranstaltungen ohne Eintritt und selbst wenn GEMA-freie Musik gespielt wird. Letzteres muss der Veranstalter “für jeden einzelnen Fall konkret darlegen und notfalls beweisen” (Quelle: www.gema.de/faq/musiknutzung/). Das gilt nicht nur für Partys, sondern auch für freies Tanzen und Tanzkurse.für jeden einzelnen Fall konkret darlegen und notfalls beweisen. D D

3. Wie hoch ist die GEMA-Gebühr?

Es ist aber alles halb so wild, weil normalerweise kommt da kein hoher Betrag auf Euch zu. Entscheidend für die Berechnung und somit die Höhe der Gebühr sind neben der Art der Veranstaltung (Live-Konzert, Party mit DJ, Tanzkurs) 1. die Höhe des Eintritts (je mehr Eintritt, desto höher die Gebühr) und 2. die Raumgröße (je größer der Veranstaltungsraum, desto höher die Gebühr). Bei kostenlosen Veranstaltungen sind in der Regel Beträge im unteren zweistelligen Bereich zu erwarten. Die meisten (deutschen) Tanzschulen zahlen normalerweise einen festen jährlichen Beitrag.

4. Was passiert, wenn ich keine GEMA-Gebühr zahle?

Im Besten Fall gar nichts, im schlechtesten Fall kommt nach ein paar Monaten eine Rechnung für alle Veranstaltungen die nicht angemeldet wurden (plus einer kleinen Strafe). Ich habe beides schon mitbekommen. Allerdings nur für Partys. Eine Strafe für nicht angemeldete Tanzkurse ist mir bisher nicht zu Ohren gekommen. Erfahrungsberichte dazu (gerne natürlich zu allem) bitte in die Kommentare!

5. Wie melde ich eine Veranstaltung bei der GEMA an?

Erstmal brauchst Du ein GEMA-Konto als Musiknutzer. Danach ist es relativ einfach und mit den Online-Services wirst Du beim finden des richtigen Tarifs gut unterstützt. Eine Information, die Du Dir beim Ausfüllen der Formulare von der Location holen musst ist die Raumgröße. Live-Konzerte sind in der Anmeldung ein wenig komplizierter. Hier musst Du neben den Formularen im Nachgang auch noch eine Liste der gespielten Lieder durchgeben, sowie eine Umsatzmeldung des Konzerts. Bei Festivalkonzerten muss jede Veranstaltung einzeln angemeldet und gehandhabt werden. Wenn es Schwierigkeiten gibt hilft die Service-Hotline zuverlässig.

6. Welche Wege gibt es um die GEMA-Gebühr zu umgehen?

Es gibt viele Forró-Veranstalter, die keine GEMA-Gebühr zahlen und (mit Erfolg) kalkulieren, dass ihr Event unbemerkt bleibt, da der GEMA die meisten Veranstaltungen entgehen. Sie zahlen erst wenn, eine Rechnung von der GEMA kommt. Doch wie erfährt die GEMA von den Veranstaltungen überhaupt? Es ist ein kleiner Teufelskreislauf: Je mehr Werbung (vor allem in Zeitung, Radio o.ä.), desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die GEMA auch davon Wind bekommt. Ich habe es deshalb so gehandhabt: Große Veranstaltungen und Live-Konzerte werden angemeldet, kleinere Partys werden eher intern beworben und nicht angemeldet. Wie genau die GEMA nach Veranstaltungen sucht ist glaube ich aber von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Eine andere Möglichkeit ist es bei Veranstaltungen, bei denen diese Möglichkeit besteht (z.B. Weihnachtsfeiern) eine Gästeliste zu machen. Eine Gäste-Liste zu haben befreit zwar nicht von der Anmeldepflicht, jedoch sollte es dann besser möglich sein eine persönliche Verbindung zu allen Gästen aufzuzeigen, was den Veranstalter von der Anmeldepflicht befreit.

7. Gibt es bei Events noch mehr zu beachten als die GEMA?

Natürlich gibt es noch eine Menge mehr zu beachten. Die Folgenden drei Aspekte werden gerne einmal vergessen, deshalb nenne ich sie hier:

  • Vergnügungssteuer: Wird von der Stadt auf Tanz-Partys erhoben und ist deshalb überall anders. In der Regel muss man bei kostenlosen Veranstaltungen nichts zahlen. Wenn es Eintritt gibt hängt die Höhe von Besucheranzahl und Eintrittspreis ab. Eine Anmeldung im Vorhinein macht Sinn, der genaue Betrag ist aber erst hinterher bekannt
  • Versicherung: Als Veranstalter hat man immer ein Risiko bezüglich dem was auf der Veranstaltung passiert. Dafür gibt es eine Veranstalterhaftpflicht-Versicherung, die besonders bei größeren Veranstaltungen empfehlenswert ist.
  • Sicherheitsvorschriften: Unwahrscheinlich, dass das Ordnungsamt bei Eurer Party auftaucht, allerdings sollten Sicherheitsvorschriften unabhängig davon eingehalten werden (z.B. keine Rettungswege versperrt). Eine sehr ausführliche Checkliste findest Du hier.

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