Von der Sehnsucht nach Tanzen & Leichtigkeit

Erinnerst du dich noch daran wie es sich anfühlt bei einer Party anzukommen?

Wenn du die ersten Schläge der Zabumba aus weiter Ferne hörst, dann langsam die Melodie lauter wird und du das Lied sofort erkennst. Du die Freude spürst, die dich überkommt und du es kaum erwarten kannst, die ganze Nacht zu tanzen. Du siehst die ersten Menschen tanzen, wie sie ihre Körper zum Rhythmus der Musik bewegen, die Arme wie in einer Umarmung umeinandergeschlungen, das Glücksgefühl in ihren Augen. Bald siehst du die ersten vertrauten Gesichter, sie heißen dich mit einem warmen Lächeln willkommen und du spürst ihre offene, lange Umarmung. Die erste Person lädt dich zum Tanzen ein, gemeinsam sucht ihr ein Fleckchen auf der Tanzfläche, wo ihr ein bisschen mehr Platz habt. 

Erinnerst du dich an den kurzen Moment der Umarmung, wenn ihr gemeinsam dem neuen Lied lauscht bevor ihr beginnt euch dazu zu bewegen? Wie es sich anfühlt immer mehr in den Flow zu kommen, während du alles andere um dich herum vergisst, weil nichts weiter zählt als die Person, mit der du tanzt und die Musik, die spielt. Die Art und Weise wie ihr das Lied gemeinsam entdeckt. Die Pausen betont. Den melodischen Teilen des Lieds mit den Armen und einem fließenden Oberkörper vertanzt. Erinnerst du dich an den warmen Augenblick, nachdem die letzten Schläge der Musik verklungen sind und ihr beide in Stille verharrt – noch nicht bereit das zu beenden was ihr gemeinsam kreiert habt. Eine letzte nahe Umarmung und ein geteiltes Lächeln.

Erinnerst du dich daran, wie es sich anfühlt dieses Lied zu hören, das dich immer an eine spezifische Person erinnert und dich leise zum Lächeln bringt? Wie du jeden einzelnen Teil davon kennst, jede Pause, jeden Schlag und jede Melodiesequenz der Sanfona. Du weißt, wann und mit wem du das letzte Mal dazu getanzt hast, auch wenn es schon ewig her scheint. Wenn du den Text auswendig weißt, ohne überhaupt Portugiesisch zu sprechen…

Das Gefühl bei einem Festival zu sein. Vier Tage mit tollen Menschen zu verbringen, den Tanz zu genießen, den ganzen Tag und die ganze Nacht. Selbst wenn deine Füße langsam schmerzen. Selbst wenn du die letzten Tage eigentlich nicht genug geschlafen hast, um auch nur ans Tanzen zu denken…

Diese wunderbare Musik zu hören, die dich mit Leichtigkeit und Lebensfreude erfüllt, die allein durch das Hören Glücksgefühle durch deinen Körper strömen lässt. Tanzen und tanzen und tanzen bis du jedes kleinste Fleckchen der Tanzfläche kennengelernt hast, bis du mit all den Menschen getanzt hast, die du gernhast und die dich glücklich machen. Die Band spielen zu hören, die du die ganzen letzten Monate kaum abwarten konntest zu sehen. Zu spüren, wie auch sie in den Flow kommen, die Musik nicht nur aus ihren Instrumenten, sondern fast wie aus ihren Körpern selbst heraus zu kommen scheint. Immer wieder neue Seiten von Forró zu entdecken, die dir Lehrer*innen aus allen Teilen der Welt zeigen. Zu sehen, wie sie den Tanz interpretieren und ihre ganz eigene Note in die Bewegung bringen. Zwischen den Workshops gemeinsam mit anderen auf dem Sofa zu sitzen, zu essen und zu lachen, die Menschen nochmal auf einer anderen Ebene kennenzulernen, mit denen du schon so viel gemeinsam geteilt hast – obwohl du vielleicht gerade einmal ihren Namen kennst. Du Paaren beim Tanzen zuschaust, dich immer wieder neu durch ihre Bewegungen inspirieren lässt, weil jeder einzelne Tanz besonders ist – eine Kreation zwischen zwei Menschen, die nie wieder genau so wird sein können.

Und jetzt erinnere dich, dass all diese Erinnerungen immer noch durch deinen Kopf schweben können, wenn du nur nach ihnen suchst. Dass viele Partys, unzählige Tänze und Festivals in der Zukunft auf dich warten. Dass sie dein Gesicht zum Strahlen bringen werden, dich in ein warmes Gefühl einpacken und deinen Tag zu einem ganz besonderen machen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit…

Gastautorin: Hannah Müller

Gastautorin: Hannah Müller

Hannah hat sich 2017 in Forró verliebt und seitdem in verschiedensten Städten Kurse besucht - nach Darmstadt folgten Münster und Hamm, aktuell tanzt sie in Bochum. Am schönsten findet sie es gemeinsam mit einem anderen Menschen in die Musik abzutauchen, diese kreativ zu vertanzen und dabei alles um sie herum zu vergessen. Manchmal begegnet ihr die Muse der Poesie und sie bringt Texte zu Papier, die von berührenden Momenten träumen und in eine Welt der Gedankenspielerei entführen.

Foto: Dani Bpunkt Photography

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